Statistische Berichte
Mit dem Statistischen Berichtsheft werden die in der Servicestelle jährlich erhobenen (kleinräumigen) demografischen, wirtschaftlichen und sozialen Daten im Landkreis dargestellt. So ist es möglich, Entwicklungen zu erkennen und zu analysieren. Die Datenzusammenstellung bietet Argumentationshilfen und Entscheidungsgrundlagen für Akteur*innen in Politik, Verwaltung, Wirtschaft sowie für die Bürger*innen in den Städten und Gemeinden.
Statistisches Berichtsheft 2026 - Teil 1
Im Fokus der aktuellen Ausgabe 2026 Teil 1 steht die Struktur und Entwicklung der Bevölkerung (Kapitel 1 und 2) sowie die Entwicklung der Beschäftigten, Auszubildenden und Schüler*innen (Kapitel 3). Im Folgenden gibt es einen Auszug der Befunde:
Altersstruktur und demografischer Wandel: Das Durchschnittsalter ist seit dem Jahre 2020 (ohne Stadt Göttingen) um 0,7 Jahre gestiegen. Die Mehrheit der Bevölkerung befindet sich im mittleren und höheren Alter; Personen ab 65 Jahren machen bereits 27 % der Bevölkerung aus.
Jüngere Altersgruppen: Die Gruppen der unter 3-Jährigen sowie der 6- bis unter 10-Jährigen schrumpfen aktuell (ohne Stadt Göttingen), vor allem weil die etwas geburtenstärkeren Jahrgänge ab 2014 nun älter sind und aktuell wieder weniger Kinder geboren werden.
Migrationshintergründe: Von insgesamt 37.514 Personen mit Migrationshintergrund (ohne Stadt Göttingen) entfällt der Großteil auf die TOP-10-Bezugsländer (22.545 Personen). Das darunter am stärksten vertretene Herkunftsland ist Polen (14 %), gefolgt von der Türkei (9 %) sowie der Ukraine und Kasachstan (je 8 %).
Auslands- und Inlandszuwanderung: Der Außenwanderungssaldo mit dem Ausland (ohne Stadt Göttingen) war zuletzt negativ mit -315, aber etwas besser als im Vorjahr (-630). Demgegenüber stand ein positiver Saldo bei Zuzügen aus Gemeinden Deutschlands (+482), wovon knapp 40 % aus den Städten Göttingen und Kassel kamen.
Binnenwanderung: Innerhalb des Landkreises (ohne Stadt Göttingen) profitierten im letzten Jahr einzelne Gemeinden von Zuzügen ihrer Nachbar-Gemeinden. Dies waren, gemessen am Wanderungssaldo: Duderstadt (+95), Osterode am Harz (+72), Hann. Münden (+53), Hattorf am Harz (+51) und Bad Sachsa (+40).
Beschäftigungsentwicklung:
Durch eine Umstellung im Unternehmensregister - Zählung aller Jobs einer Person im Jahr 2024 statt ihrer Hauptbeschäftigung - wurden Beschäftigungseffekte sichtbar. Im Gesundheits- und Sozialwesen im Landkreis Göttingen stieg die Zahl der Teilzeitbeschäftigten um etwa 400, was dem Vierfachen des Wachstums der Vollzeitbeschäftigten in dieser Branche entspricht. Dies deutet darauf hin, dass mehrere Teilzeitjobs, in dieser von Frauen dominierten Branche, parallel ausgeübt wurden.
- Die Beschäftigungs-Quoten der Frauen stiegen seit 2017 kreisweit (ohne Stadt Göttingen) um +5 Prozentpunkte und damit stärker als bei den Männern (+4,1 Prozentpunkte).
Entwicklung bei den Auszubildenden: Ein stetiges Wachstum im gesamten Landkreis verzeichneten seit 2017 die medizinischen Gesundheitsberufe sowie die sich wieder erholende Tourismusbranche. Besonders stark wuchsen die Pflegeberufe zum Jahre 2025 auf 1.054 Azubis, wovon 613 in der Stadt Göttingen lebten.
SchülerInnen (SuS) und Inklusion an Regelschulen: An den Grundschulen stieg die Zahl der SuS um 18 %. Demgegenüber sank die Zahl der inklusiv beschulten Grundschulkinder um 22 %; sie machten zuletzt nur noch 5 % der Schülerschaft aus (Schuljahr 2019/20: 7 %). Ursächlich hierfür ist, dass ein in der KiTa festgestellter sonderpädagogischer Status nicht automatisch übertragen wird und die Feststellung seit der Corona-Pandemie seltener erfolgt.
Hier finden Sie ältere Ausgaben des Statistischen Berichtshefts: